Lehrschwimmbecken Amorbach

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hertwig, 
sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Dr. Mösel, 
werte Anwesende,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 13. Januar wandte sich ein Amorbacher Bürger mit der Kritik an uns, dass das Lehrschwimmbecken in Amorbach immer wieder aus unterschiedlichen Gründen nicht nutzbar sei. Nach Rücksprache mit Herrn Siedler stellte sich heraus, dass die Förderschnecke der Pelletheizung defekt ist. Zwar wurde bereits ein Heizmobil eingesetzt, das die Wärmeversorgung sicherstellen soll, dennoch zeigt ein Blick auf die Störfälle des Jahres 2025, dass die Situation deutlich komplexer ist.

Störfälle 2025: 

  • 09.–13.05.2025: Wartung des Heizkessels (3 Tage) 
  • 14.07.–01.10.2025: Kompletter Heizungsausfall (zwei Wochen vor Beginn und zwei Wochen nach Ende der Sommerferien keine Nutzung möglich) 
  • 04.–05.11.2025: Probleme mit der Wasserversorgung (keine Duschen, keine Toilettenspülung) 
  • 24.11.2025: Heizungsausfall, kalte Duschen

Und nun – nur rund zwei Monate später – haben wir erneut einen Defekt.

Das Lehrschwimmbecken in Amorbach ist neben der Astrid-Lindgren-Schule das einzige verbliebene Warmwasserangebot, das wir haben. Es ist aus meiner Sicht höchst problematisch, wenn diese wichtige Infrastruktur immer wieder ausfällt. Auch der Hinweis, Schwimmkurse könnten kurzfristig ins AQUAtoll Sportbad ausweichen, ist wenig hilfreich. Eine Verlegung bedeutet für die Schwimmschulen erheblichen organisatorischen Aufwand, da sich Wochentage und Uhrzeiten ändern würden. Zudem ist das AQUAtoll Sportbad für Kleinkinderschwimmkurse ungeeignet.

Die DLRG weist hierzu klar darauf hin: „… mindestens 26 Grad sollte das Wasser laut DLRG haben, um Schwimmkurse durchführen zu können, ansonsten müssten andere Ausbildungskonzepte mit weniger Zeit im Wasser her. Von Babyschwimmen oder Wassergewöhnung brauchen wir hier gar nicht zu sprechen, dafür wäre das natürlich undenkbar – da sollten es wenigstens 30 Grad und mehr sein“, sagt DLRG-Sprecher Christopher Dolz. „Schon bei einer Wassertemperatur unter 35 Grad Celsius beginne der Körper langsam auszukühlen …“

Die Wartelisten der Schwimmschulen sind lang; Wartezeiten von bis zu einem Jahr sind keine Seltenheit. Allein die Schwimmschule „Schwimmente“, welche ihre Kurse beispielsweise in der Astrid-Lindgren-Schule anbietet, hat im vergangenen Jahr 650 Kindern das Schwimmen beigebracht. Das zeigt eindrücklich, wie dringend und verlässlich Wasserflächen benötigt werden.

Vom Kultur- und Sportamt habe ich dankenswerterweise zeitnah eine Übersicht über die Belegung und die Einnahmen des Lehrschwimmbeckens an der Amorbachschule erhalten:

  • Vier Neckarsulmer Schulen nutzen das Becken
  • VHS: 2 Stunden (zwei Kurse, 40 €/h)
  • SC Amorbach: 7 Stunden (mindestens vier Kurse)
  • SUN – muslimisches Frauenschwimmen: 3 Stunden, 14-tägig (zwei Kurse)
  • Eine Schwimmschule: 17 Stunden + 5 Stunden 14-tägig (40 €/h)

Allein über die eine Schwimmschule erzielten wir im Schuljahr 2024/25 Einnahmen von rund 20.700 €. Durch die Heizungsausfälle entgehen uns Einnahmen; geschätzt beläuft sich der Verlust auf 5.000–7.000 € gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hinzu kommen laufende Reparaturkosten sowie die Miete für das Heizmobil. Eine Kostenaufstellung liegt noch nicht vor; Herr Siedler arbeitet daran. Allein das Heizmobil verursacht Kosten in Höhe von 1.000 € pro Woche zuzüglich Kraftstoff.

Es geht aber nicht nur um Geld – es geht auch um Verlässlichkeit. Wenn wir Wasserflächen vermieten, diese aber regelmäßig nicht nutzbar sind, schadet das unserem Ruf und den Angeboten in unserer Stadt.

Die aktuelle Heizung wurde 2008 eingebaut und 2009 in Betrieb genommen – sie ist also inzwischen 18 Jahre alt. Wir Freien Wähler stellen hiermit den Antrag, dass, sobald die Reparaturkosten vollständig vorliegen, geprüft werden soll, ob eine neue Heizung nicht wirtschaftlicher wäre. Eine moderne Pelletheizung dürfte zwischen 60.000 und 100.000 € kosten und wäre allein durch die Einnahmen der Schwimmschule mittelfristig amortisiert.

Für die Fraktion der Freien Wähler 

Heiko Schulz

Neckarsulm, 24.01.2026

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